Pilger in Mantua

Seit je her war die Basilica Sant‘Andrea ein Wallfahrtsort, da in der Krypta die heiligen Gefäße aufbewahrt sind. Es handelt sich um zwei kostbare Ampullen, die das Blut Christi enthalten. Die Legende besagt, dass Longinus, der römische Soldat, der Christus am Kreuz durchbohrt hat, das Blut gesammelt und nach Mantua gebracht hat. Am Karfreitag werden die heiligen Reliquien ausgestellt und anschliessend in einer Prozession durch die Stadt getragen.

Ein weiterer, antiker Wallfahrtsort ist die Wallfahrtskirche der Madonna delle Grazie, im Ort Grazie di Curtatone im Süden der Stadt. Die Kirche wurde auf Wollen von Francesco I Gonzaga im Jahre 1399 erbaut als Weihegeschenk an die Jungfrau Maria gegen die Pest. Der Baustil ist lombardisch-gotisch mit baulichen Veränderungen und Dekorationen und in ihr ist ein beeindruckendes Beispiel des volkstümlichen Glaubens zu entdecken. Seitlich sind große Statuen zu bewundern, die aus verschiedenen Materialien bestehen; Pappmaché (siebzehntes Jahrhundert) und nach dem Gelöbnis aus Wachs oder auch gemalt. An der Decke hängt ein ausgestopftes Krokodil, das angeblich ein Fährmann als Votivgabe der Madonna erbracht hat, nachdem er einen Angriff des Tieres überlebt hat. In Wirklichkeit stammt das Krokodil aus dem Nil und nach einer chemischen Untersuchung konnte festgestellt werden, dass es zeitgemäß mit dem Bau der Kirche übereinstimmt.

Anlässlich des Feiertags Ferragosto findet das antike Fest „Fiera delle Grazie“ statt. Auf dem Boden des Kirchplatz wird der internationale Wettbewerb der „Madonnari“ ausgetragen, wo Künstler aus der ganzen Welt sich treffen, um mit Kreide beeindruckende, religiöse Bilder zu malen.

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