Stadt der Musik und der Poesie

Man schrieb den 24. Februar 1607 als in einem Saal des Herzogspalasts der Tenor Francesco Rasi die ersten Noten des Orfeo anstimmte. Die Oper von Claudio Monteverdi zeichnet die Passage von der Renaissance- zur Barock-Musik und wird als das erste Meisterwerk in der Geschichte des Melodramas eingestuft. Die Liebe zur Musik, profan und heilig, ist seit je her sehr stark in Mantua. Die Gonzagas waren Mäzen der größten Musiker wie Giovanni Palestrina, der für die Basilika Santa Barbara, die von Herzog Wilhelm mit der grandiosen Orgel des Orgelbauers Antegnati ausgestattet wurde, die berühmten neuen mantuanischen Gottesdienste komponierte. Auch der junge Wolfgang Amadeus Mozart trat 1770 in Mantua im Teatro Bibiena auf, der vom Vater Leopold wie folgt beschrieben wurde: „Heute habe ich das weltweit schönste Theater gesehen“.


Das Bündnis zwischen der Familie Gonzaga und der Musik dauert weitere an, auch wenn etwas gekünstelt, als Giuseppe Verdi 1851 Rigoletto komponierte; eine Oper in drei Akten aus dem Libretto von Francesco Maria Piave und sich im Schauplatz der Stadt abspielte. Im September 2010 übertrug das italienische Fernsehen RAI weltweit das Verdianische Operndrama. Zu den Hauptdarstellern gehörten Placido Domingo als Rigoletto mit dem sinfonischen Staatsorchester unter der Leitung des Meisters Zubin Mehta.
Auch in der Literatur spielt Mantua eine nicht unwesentliche Rolle, denn sie ist die Geburtsstätte des größten lateinischen Dichters, der die lateinische Sprache zu einer neuen Blüte führte; Vergil, der wichtigste Autor der westlichen Kultur wie im berühmten Nachruf Maritila me gemiti in Erinnerung gerufen wird.


Die mittelalterliche Statue des Vergil auf der Stirnseite von Pallazzo di Podestà, die Renaissance Bilder des Dichters, der als Vorbild der Klassik in den Vordergrund gestellt wurde, die Namensgebung des Platzes, der Akademie im 19. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert der Wald und das ihm gewidmete Denkmal bringen die große Liebe zum Ausdruck, die Mantua für diesen großen Poeten verspürt. Auch der Dichter Teofilo Folengo stammte aus Mantua. Seine Arbeit begann mit der der Imitierung der lateinischen Verse von Vergil und wurde im 16. Jahrhundert zum größten Exponenten der komisch-burlesker Dichtung.

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